JC Koriouchi Gelsenkirchen
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Der freie Fall

Gelsenkirchen, 04.07.2010, Andree Hagel

Koriouchi-Präsident Erhan Baz (rechts) gewann gegen
 Duisburg kampflos und verlor gegen Kölns ehemaligen Erstliga-Kämpfer 
Michael Seipold vorzeitig.                                              
                                       Foto: Cornelia Fischer

Koriouchi-Präsident Erhan Baz (rechts) gewann gegen Duisburg kampflos und verlor gegen Kölns ehemaligen Erstliga-Kämpfer Michael Seipold vorzeitig. Foto: Cornelia Fischer

 

Köln. Es wäre so einfach gewesen, mit einem dicken blauen Auge aus einer schrecklichen Saison zu kommen. Aber nach der 3:4-Pleite gegen den bis dahin ebenfalls punktlosen PSV Duisburg ist der zweite Abstieg in Serie kaum noch zu verhindern. „Das war’s“, sagte Trainer Harald Mantei. Die Judoka des JC Koriouchi Gelsenkirchen werden 2011 nur noch Oberligist sein.

Das Bild, das der Judo-Club Koriouchi in dieser Saison abgibt, ist ein düsteres. So düster, dass Erhan Baz, der 40-jährige Präsident und Aushilfe-Kämpfer, gar von einem Skandal sprach. Und skandalös ist es meistens schon an der Waage. Dort fehlte am Sonntag auch wieder Willy Bilstra (+100 kg). „Er musste arbeiten“, sagte Harald Mantei. Der Schwergewichtler ist in den Niederlanden Ausbilder bei der Polizei. Dafür war aber zum ersten Mal in dieser Saison Emil Bechtold da – und somit die Hoffnung, diesen einen Kampf zu gewinnen und mit zwei mickrigen Punkten den Klassenerhalt zu schaffen.

Nur drei Kämpfe standen auf dem Programm, weil der JC Koriouchi die 60- und 66- und der PSV Duisburg die 81- und 90-Kilo-Klasse unbesetzt ließ. Macht 2:2. Also mussten zwei Siege her, für die Jan de Brouwer (100 kg) und eben jener Emil Bechtold im Schwergewicht sorgen sollte. Der musste dann auch gleich im ersten Kampf auf die Matte, und zwar gegen Dominik Hausmann, der keine 90 Kilo auf die Waage gebracht hatte.

Es dauerte aber gar nicht lange, da war die Auseinandersetzung auch schon beendet. Emil Bechtold wurde disqualifiziert – wegen eines Beinfassers, der als Direktangriff seit dem 1. Januar nicht mehr erlaubt ist. „Es geht darum, wieder mehr zu den Judo-Traditionen zurückzukehren, zu den klassischen Techniken“, sagte Stephan Bode, der Chef der deutschen Kampfrichter. Deshalb habe die Internationale Judo-Föderation diese Regeländerung beschlossen.

Wusste Emil Bechtold das nicht? „Doch. Wir haben es ihm doch 1000-mal erzählt: Ändere deinen Griff“, sagte Koriouchi-Trainer Harald Mantei. „Die Duisburger hatten doch selbst nicht damit gerechnet, dass sie gewinnen können.“ Dieses 1:0 war aber schon der PSV-Siegpunkt, zumal alles andere so lief, wie es erwartet worden war. Jan de Brouwer setzte sich mit einer großen Wertung („Waza-ari“) gegen Christian Beckmann durch, während René Mantei (73 kg) im Schlusskampf keine Chance hatte und von Simon Fausten ganz schnell per Fußfeger (De-ashi-barai) auf den Rücken geknallt wurde.

Das 0:5 der Gelsenkirchener gegen Gastgeber JC Bushido Köln-Süd, der zuvor Duisburg mit 6:0 besiegt hatte, war nur für die Statistik. Die 60-Kilo-Klasse hatten beide Teams nicht besetzt, während Jan de Brouwer gegen den ehemaligen Erstliga-Kämpfer Philip Helm ein Remis schaffte.

 

 

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Judo-Regionalliga : Untauglich

Gelsenkirchen, 16.05.2010, Andree Hagel

 

 

Aachen. Zum Saisonstart der Regionalliga setzte es für die Judoka des JC Koriouchi Gelsenkirchen gleich zwei Klatschen. Der Zweitliga-Absteiger unterlag dem JC 66 Bottrop II mit 1:6 und Gastgeber TSV Hertha Walheim II mit 2:5. Viel schlimmer als diese sportlichen Ohrfeigen aber war in Aachen, dass die Konkurrenz Mitleid hatte: Das war die Höchststrafe, frustrierender als zweimal 0:7.

„Das macht keinen Spaß“, sagte auch Willy Bilstra, der 32-jährige Schwergewichtler aus den Niederlanden (+100 kg), der sowohl gegen Bottrops Carsten Lowitz per Haltegriff als auch gegen Walheims Sebastian Golsch per Uchi-mata (Schenkelwurf) jeweils vorzeitig gewann. Um es nicht zu vergessen: Für den dritten Gelsenkirchener Punkt sorgte Jan de Brouwer, der seinen Mittelgewichts-Kampf (90 kg) gegen Walheims Sven Gohrbandt mit zwei mittleren Wertungen („Yuko“) für sich entschied.

Und sonst? Schrecklich war es, fast so frostig wie in der Sporthalle des Inda-Gymnasium im Aachener Stadtteil Kornelimünster. Die Koriouchi-Judoka hatten Gelsenkirchen noch nicht einmal verlassen, da war schon klar, dass es ein Debakel geben wird. Janes Chabowski, der Leichtgewichtler (73 kg), fehlte wegen eines Bänderrisses im Sprunggelenk, und Emil Bechtold, der Halbschwergewichtler (100 kg), war nicht da. „Mit den beiden“, sagte Trainer Harald Mantei, „hätten wir zumindest gegen Walheim gewonnen.“

Vielleicht. So aber gaben die Gelsenkirchener insgesamt fünf Auseinandersetzungen kampflos ab und müssen dafür 250 Euro Strafe berappen – fünfmal 50. In beiden Kämpfen entschied sich Trainer Harald Mantei für zwei Niederländer, so dass der Armenier Witalij Galustian nicht kämpfen und das Superleichtgewicht (60 kg) nicht besetzt werden konnte. Ebenso leer blieb die 73-Kilo-Kategorie, während die 66-Kilo-Lücke im zweiten Kampf nicht geplant war. Matthias Gedig, der vom TV Wickede zum Judo-Club Koriouchi gekommen ist, verletzte sich bei seiner Niederlage gegen Dominik Gosens so schwer an der rechten Schulter, dass er ins Krankenhaus musste. Erste Diagnose: Kapsel- und Bänderriss.

Tabellenletzter

Die erste Diagnose für den JC Koriouchi, der nach dem ersten Kampftag Tabellenletzter ist, lautet in diesem Zustand: absolut untauglich für die Regionalliga. Aber für eine taugliche Mannschaft auch in der Drittklassigkeit „braucht man Geld“, sagte Trainer Harald Mantei in Aachen. „Oder . . .“ Oder? „Oder du fängst unten an. In der Oberliga oder in der Landesliga. Da kannst du mit eigenen Leuten mithalten.“

Und als die Kämpfe am Samstagnachmittag so liefen, blickte Erhan Baz – auch der 40-jährige Präsident musste zweimal auf die Matte, verlor einmal in der 90-Kilo-Klasse gegen den 38-jährigen Bottroper Maik Podlech und einmal in der 100-Kilo-Klasse – fast neidisch nach rechts. „Das waren noch Zeiten, als wir unseren Masseur dabei hatten“, sagte er. Einige Athleten des Hamburger Judo-Teams wurden gerade von ihrem Physiotherapeuten Michael Frensdorff behandelt, um anschließend den Kampf der 1. Bundesliga gegen Walheims erstes Team mit 6:7 zu verlieren.

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JC Koriouchi sagt Masters-Turnier ab

Gelsenkirchen, 13.11.2009, Andree Hagel
Der Gelsenkirchener Judoclub Koriouchi hat sein traditonelles Masters-Open-Turnier, das am 21. November ausgetragen werden sollte, jetzt erstmals absagen müssen.

Die Zeiten, dass sich Weltklasse-Judoka präsentierten und sich die Zuschauer in der Schürenkamp-Halle drängten, waren eh längst vorbei. Und außerdem war das Echo im Vorfeld der 19. Auflage des Masters-Open-Turniers des Judo-Club Koriouchi so schlecht, dass Präsident Reinhard Woelk schon in der vergangenen Woche aufgab und der Vorstand nun beschlossen hat, das für den 21. November geplante Turnier abzublasen.

Ein Motivationsproblem. Und das resultiert nicht nur aus den schwachen Anmeldezahlen, sondern vor allem aus dem Sturz der Männer-Mannschaft in die Drittklassigkeit, in die Regionalliga. Erhan Baz, der Vize-Präsident des JC Korioichi, spricht von einem Dämpfer. „Die Bundesliga-Mannschaft ist unser Aushängeschild”, sagt er. „Mit dem Abstieg muss man erst einmal zurechtkommen.” Und auch mit der Tatsache, dass die Randsportart Judo in Gelsenkirchen nicht einmal mehr diesen Status für sich beanspruchen kann, müssen Reinhard Woelk und seine Vize-Präsidenten Peter Büteröwe und Erhan Baz klarkommen.

„Die Mannschaft für die neue Saison wird aber nicht das Problem”, sagt Erhan Baz. Mit viel mehr Sorge blickt er auf die Zukunft des Masters-Open-Turniers – auch deshalb, „weil man immer mehr Klinken putzen muss”, sagt er. Da gehe die Motivation verloren. „Es muss etwas Neues passieren”, sagt der 39-Jährige.

Einen Versuch, etwas zu ändern beziehungsweise zu erneuern, hatten die Koriouchi-Verantwortichen schon bei der 18. Auflage 2008 unternommen, als erstmals Frauen in zwei Gewichtsklassen um die Preisgelder kämpfen sollten. Doch das 57-Kilo-Turnier fiel mangels Masse aus, wie zuvor blieben in der Schürenkamp-Halle viele, viele Plätze leer, und auch das Niveau ließ häufig zu wünschen übrig.

Am 21. November sollte im Halbleicht- (66 kg) und Halbmittelgewicht (81 kg) gekämpft werden. „Wir haben uns die Meldungen auch noch mal angeschaut”, sagt Erhan Baz. „Aber das Turnier zu veranstalten, nur um eine Serie nicht abreißen zu lassen, macht keinen Sinn.” Und so zogen die Koriouchi-Verantwortlichen zumindest für 2009 den Schluss-Strich, obwohl die Meldefrist noch bis zum Montag gelaufen wäre.

 

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 2. Bundesliga 11.10.09

Abgestiegen

Gelsenkirchen, 11.10.2009, Ralf Wilhelm
Letzter Kampftag in der 2. Bundesliga: Nach dem 5:8 gegen Budokan Lübeck ist Koriouchi Gelsenkirchen nur noch Regionalligist.

Aus und vorbei! Der JC Koriouchi Gelsenkirchen betritt in der nächsten Judosaison unbekanntes Terrain. Nach einer „gefühlten Ewigkeit” in der ersten und zweiten Bundesliga müssen die Kämpfer von Harald Mantei den unbequemen Weg in die Regionalliga antreten, die 5:8-Heimniederlage gegen das bisherige Schlusslicht Budokan Lübeck änderte am letzten Kampftag noch einmal die Kräfteverhältnisse.

Bitter für die Gelsenkirchener, dass dies ausgerechnet geschah, als Mannschaft und Zuschauer im Sportzentrum Schürenkamp wirklich zueinander gefunden hatten. „Es hatten aufgrund der sportlichen Konkurrenz in der Stadt nur etwa 50 bis 70 Fans den Weg in die Halle gefunden, die bildeten aber mit den Kämpfern eine verschworene Gemeinschaft”, fand Präsident Reinhard Woelk am traurigen sportlichen Abend wenigstens ein bisschen Trost.

Schlechte Nachricht am Morgen

Am Morgen des Kampfabends hatte Trainer Mantei noch eine schlechte Nachricht zu verdauen: Jan De Brouwer sagte ab, seine Nackenwirbel-Verstauchung hatte sich nicht gebessert, der Niederländer musste sich sogar ins Krankenhaus begeben. Aber auch das warf die JC-Kämpfer zu Beginn nicht um, der erste Durchgang verlief durchaus vielversprechend, ständig verteidigten die Gelsenkirchener eine Führung. Den Anfang machte in der 73-Kilo-Klasse Christoph Glüsenkamp, der den Dänen Bakke mit einem Hüftwurf 1:51 Minuten vor Kampfende vorzeitig bezwang. Danach allerdings ein abgeschenkter Punkt für die Gäste, weil Sascha Stamm (100 kg) nach seiner Knie-OP nur zum Gratulieren auf die Matte kam.

Zum „Giganten-Duell” kam es anschließend bei den schweren Jungs, als Zwei-Meter-Mann Willy Bilstra ungewohnterweise mit dem Lübecker Bischoff einen Gegner erhielt, der ihn doch tatsächlich noch um einen Kopf überragte (!). Doch der Holländer ließ sich nicht beeindrucken und erzielte 1:54 vor Ende per „Ippon„ die 2:1-Führung. Anschließend bot Friedrich Prill (90 kg) gegen Grapentien einen beherzten Kampf, unterlag aber dennoch mit Ippon. 2:2 – die Spannung stieg.

Nach zwölf Sekunden erwischt

Keine Chance hatte Robin Egeling gegen van Horn, schon nach 1:11 Minuten war für ihn der Kampf vorbei, und Lübeck lag erstmals mit 3:2 vorn. Aber das Kämpferherz von Koriouchi war an diesem Abend noch nicht gebrochen: Timmy Rentzing, der vormittags noch in den Niederlanden sechs Kämpfe für die Holländische Meisterschaft bestritten hatte, stellte sich dennoch in den Dienst der Mannschaft. Zum Glück, denn mit seinem Unterbewertungspunkt gegen Heißner (81 kg) stellte er den 3:3-Ausgleich her, den Jan Herwig Happke (66 kg) gar wieder in ein 4:3 verwandelte.

Über den zweiten Durchgang würden alle lieber den Mantel des Schweigens hängen. Nur auf Punktelieferant Bilstra zum 5:5 war Verlass, besonders enttäuschend war die Niederlage von Janes Chabowski, der sich schon nach zwölf Sekunden von Bakke kalt erwischen ließ. Pech hatte Rentzing in seinem zweiten Kampf, der noch nach dem Signalton eine Strafe erhielt und den Kampf verlor. „Es passte alles zu diesem unglücklichen Jahr”, resümierte Trainer Mantei.

 

 

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2. Bundesliga 09.10.09

 
Plan B schon in der Tasche
Gelsenkirchen, 09.10.2009, Ralf Wilhelm
Doch noch hofft der JC Koriouchi Gelsenkirchen vor dem letzten Kampftag in der 2. Bundesliga gegen Budokan Lübeck auf den Klassenerhalt.

Showdown im Sportzentrum Schürenkamp (Samstag, 18 Uhr), wenn in der 2. Judo-Bundesliga am letzten Kampftag der Tabellen-Vorletzte Koriouchi Gelsenkirchen und das Schlusslicht Budokan Lübeck den Absteiger in die Regionalliga unter sich ausmachen. Doch von Frack-Sausen, oder besser „Kittel-Sausen” war in den Tagen vor dem entscheidenden Duell nichts zu spüren. „Wenn man 30 Jahre Bundesliga mit Auf- und Abstiegen erlebt hat, dann verspürt man nicht mehr so das große Kribbeln”, bekennt Präsident Reinhard Woelk. Er hofft vielmehr, dass die Saison mit Anstand und endlich einmal mit nahezu komplettem Kader zu Ende gebracht werden kann. „Dass wir in Bottrop nur mit sieben Kämpfern aus dem ersten Aufgebot auf der Matte standen, war eine Katastrophe”, erinnert sich der Präsident nur ungern an das 1:13 am letzten Kampftag.

Aber für diesen Samstag kann Trainer Harald Mantei ihm und allen Gelsenkirchener Judofans die größten Sorgen nehmen: „80 Prozent unseres Wunschaufgebots steht zur Verfügung.” Dennoch befürchtet Mantei eine enge Kiste: „Wenn wir gewinnen, dann aber nur ganz knapp.” Verzichten muss er auf jeden Fall auf seinen Haupt-Punktesammler Sebastian Häfker, dem eine Platte aus dem vor längerer Zeit operierten Wadenbein in dieser Woche entfernt werden musste, was keinen Aufschub duldete. Sascha Klein fehlt nach seinem Handbruch, ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Jan De Brouwer, der sich bei einem Turniereinsatz in den Niederlanden den Nackenwirbel verstauchte.

Um 19.30 Uhr sind alle schlauer

Gut aufgestellt wähnt sich der Gelsenkirchener Trainer im unteren und mittleren Gewichtsbereich mit Jan Herwig Hapke (66 kg), Janes Chabowski (73 kg), dem Holländer Timmy Rentzing (81 kg) und natürlich bei den „schweren Jungs” mit dem Niederländer Willy Bilstra (+100kg).

„Spätestens um 19.30 Uhr am Samstag sind wir alle schlauer”, bleibt Präsident Woelk ganz gelassen, der schon für alle Fälle natürlich auch „Plan B” in der Tasche hat, wenn es hinunter in die Regionalliga gehen sollte. Natürlich müssten dort mit noch kleinerem Etat die Kosten weiter minimiert werden. Schon in dieser Saison verzichteten die Gelsenkirchener bei Auswärtskämpfen auf unnötige Übernachtungen vor Ort und hielten ihr Trainingslager in Gelsenkirchen ab. „Der Klassenerhalt würde die Verhandlungen mit den Sponsoren natürlich einfacher gestalten”, bekennt der Präsident, weiß aber um die Schwierigkeit in der blau-weiß „durchtränkten” Fußballstadt. Dass die Judoka am Samstag auch noch mit Löws Schützlingen bei ihrem WM-Vorhaben in Moskau um die Zuschauer buhlen müssen, gefällt natürlich niemandem. „Wenn uns 100 bis 200 Zuschauer unterstützen, wären wir schon froh”, so Reinhard Woelk.

Quelle: http://www.derwesten.de/nachrichten/sport/lokalsport/gelsenkirchen/2009/10/9/news-136330188/detail.html
 
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2. Judo-Bundesliga 20.09.09

Peinlich

Gelsenkirchen, 20.09.2009, Andree Hagel

JC Koriouchi Gelsenkirchen hat nur neun Kämpfer an der Waage und unterliegt beim JC 66 Bottrop mit 1:13.

Der Kampf hatte noch gar nicht begonnen, da herrschte schon große Fassungslosigkeit. Spätestens an der Waage, zu der der JC Koriouchi Gelsenkirchen vor dem Kampf der 2. Judo-Bundesliga beim JC 66 Bottrop nur zu neunt erschien, war klar, dass es für die Mannschaft von Trainer Harald Mantei beim Spitzenreiter und Meister ein Desaster wird. Von den 14 Kämpfen ging gerade mal einer nach Gelsenkirchen. Der Niederländer Willy Bilstra setzte sich im Schwergewicht (+100 kg) gegen Bottrops Tobias Theimann mit seiner Spezialtechnik durch, einem Schenkelwurf (Uchi-mata).

Es war am Sonntag noch lange nicht 17 Uhr in der Bottroper Dieter-Renz-Halle, da schüttelten alle quasi gemeinsam den Kopf. „So”, sagte Harald Mantei, „habe ich mich noch nie blamiert.” Und am liebsten, auch wenn er das so nicht sagte, wäre er gar nicht angetreten. Aber eine 2000-Euro-Strafe kann sich der JC Koriouchi in seiner aktuellen finanziellen Verfassung überhaupt nicht leisten. Die 500 Euro, die nun fällig werden, weil in beiden Durchgängen das Halbleichtgewicht (66 kg) nicht besetzt wurde, schmerzen schon genug.

Arseni Kurmaz kommt nicht

Dem JC Koriouchi fehlte in Bottrop nicht nur die Niedersachsen-Delegation – Ranglisten-Turnier für die Deutschen Meisterschaften –, sondern nach einigen kurzfristigen Absagen hatten die Gelsenkirchener nicht einmal mehr ein Rumpf-Team. Trainer Harald Mantei wiederholte auch seine Kritik und sagte, dass sich der Deutsche Judo-Bund bei seiner Terminplanung mal Gedanken machen müsse. Letztlich aber wird der JC Koriouchi dem JC 66 Bottrop in peinlicher Erinnerung bleiben. Zumal es nicht das erste Mal war, dass die Gelsenkirchener mit einer Mannschaft in der Dieter-Renz-Halle antraten, die alles hat, aber kein Zweitliga-Format. Das hätte sich auch nicht geändert, wenn 66-Kilo-Mann Arseni Kurmaz wie geplant in Bottrop gewesen wäre. Er hätte aber zumindest die 500-Euro-Strafe verhindern können. „Ich weiß nicht, wo er ist. Ans Handy geht er nicht”, sagte Harald Mantei.

Noch ein paar Fakten des Kampfes.

Erstens: Harald Mantei musste über die Waage und ging auch zweimal in der 90-Kilo-Klasse auf die Matte. Der Trainer, der am kommenden Montag 49 wird, gab sowohl gegen den ehemaligen Gelsenkirchener Jeffrey Meeuwsen als auch gegen Dennis Lanfermann sofort auf. Das tat im zweiten Durchgang auch Sascha Stamm (100 kg) gegen Jeffrey Meeuwsen.

Zweitens: In der 73-Kilo-Klasse kämpften für den Judo-Club Koriouchi Grün-Gurte (3. Kyu) in der 2. Bundesliga – erst René Mantei, der gegen Markus Wallerich keine Chance hatte, dann Marvin Osthoff, der Marc Kühlkamp hoffnungslos unterlegen war.

Drittens: Es war nicht einfach für den JC 66, sich und seine Fans bei Stimmung zu halten. Aber dann schrie plötzlich Hallensprecher Volker Tapper in sein Mikrofon: „Sensation.” Der 18-jährige Lars Haarmann, keine 90 Kilo schwer, hatte soeben Willy Bilstra aufs Kreuz gelegt. „Er hat die Aufgabe zu leicht genommen”, sagte Harald Mantei. „Er muss aber genauso ehrgeizig kämpfen wie Gegner, die so schwer und so groß sind wie er.” Aber das war im Vergleich zum Koriouchi-Auftritt nur eine kleine Peinlichkeit.

 

 

 

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7.6.2009

2. Judo-Bundesliga

Festliche Niederlage

Gelsenkirchen, 07.06.2009, Andree Hagel, 0 Kommentare, Trackback-URL

4:10 beim KSC Asahi Spremberg. JC Koriouchi nur zu zehnt in Brandenburg. Schwergewichtler Willy Bilstra gewinnt zweimal.

Für die Judoka des JC Koriouchi Gelsenkirchen setzte es am vierten Kampftag der 2. Bundesliga eine 4:10-Niederlage (37:92 in der Unterbewertung) beim KSC Asahi Spremberg. Die Enttäuschung hielt sich aber sehr in Grenzen, vielmehr herrschte anerkennende Begeisterung für den Kontrahenten. Längst war der Kampf beendet, da feierten die Spremberger Fans – 500 waren am Samstagabend in der Vattenfallarena – immer noch ihre Mannschaft. Und Jan-Herwig Hapke blickte fast skeptisch auf die Tribüne. „Das ist der Hammer”, sagte der 20-jährige Halbleichtgewichtler des Judo-Clubs Koriouchi (66 kg).

Ein 25 000-Einwohner-Städtchen in der Lausitz feiert seine Helden auf der Matte. Und wer im Spremberger Stadtteil Neu-Haidemühl ankommt, spürt sofort, dass nicht der große Fußball regiert, sondern eben Judo. Auf fast jedem zweiten – okay, fast jedem dritten – Auto steht: „Projekt Bundesliga. Wir kämpfen für die Region!” Der Bürgermeister, Klaus-Peter Schulze, trägt eine Judo-Jacke und ist Stammgast der Asahi-Heimkämpfe. Es ist eine Judo-Welt, die jeden Kämpfer des JC Koriouchi umhauen muss. Der Hammer halt, um Jan Herwig Hapke zu wiederholen. „Das ist alles super hier”, sagte Trainer Harald Mantei. „Es wäre schön, wenn so was mal in Gelsenkirchen zustande käme.” Das ist allerdings eine Illusion. Für die Zuschauer-Zahl, die die Spremberger bei einem Kampf in der Vattenfallarena zusammenbekommen, braucht der JC Koriouchi geschätzte drei Jahre.

Aber es war auch gut nach knapp zwei Stunden Judo in der Vattenfallarena, dass nicht der Gelsenkirchener Auftritt das Hauptthema war. Weil der JC Koriouchi nämlich nur mit zehn Kämpfern angereist war, zu denen auch der 48-jährige Trainer Harald Mantei und Kazim Ince gehörten. Sie gaben sofort auf, ersparten dem Klub aber so die Strafe für zwei nicht besetzte Gewichtsklassen – in der Summe 500 Euro.

Blicke auf Babelsberg

Dennoch: Das Gelsenkirchener Aufgebot in Spremberg hätte man auch als peinlich bezeichnen können. Obwohl Harald Mantei, der über einen Kurzkontakt am Freitagmorgen zu Superleichtgewichtler Sven Rösner (60 kg) nicht hinausgekommen ist, schon im Vorfeld betont hatte, dass sich seine Blicke fast ausschließlich auf den Heimkampf am kommenden Samstag gegen den SV Motor Babelsberg richten. Auf jenen Kampf, der den vorzeitigen Zweitliga-Klassenerhalt bringen könnte.

Über das Rumpf-Team des JC Koriouchi machte sich der KSC Asahi Spremberg allerdings keine Gedanken. Der Aufsteiger aus Brandenburg nahm die Aufgabe sehr ernst, kam aber nach dem ersten Siebener-Durchgang nur zu einer 4:3-Führung. Es hätte aber auch genau anders herum laufen können. Doch Leichtgewichtler Janes Chabowski (73 kg) war, wie es Harald Mantei formulierte, „nicht so bissig” und verlor den Auftaktkampf gegen Sebastian Röck.

Dennoch: „Mit dem ersten Durchgang bin ich zufrieden”, sagte Trainer Harald Mantei, der sich vor allem über einen der drei Siege freute, den von Friedrich Prills. Endlich einmal musste der 22-Jährige nicht ins Mittelgewicht aufrücken, in dem er trotz seiner Niederlagen zuletzt nicht schlecht ausgesehen hatte, sondern durfte in seiner Gewichtsklasse kämpfen, dem Halbmittelgewicht (81 kg). Prompt gewann er. Er setzte sich mit einer großen Wertung („Waza-ari”), die er für einen Eckenwurf (Sumi-gaeshi) erhalten hatte, gegen Franz Geisler durch. Die weiteren Gelsenkirchener Punkte holten jeweils vorzeitig Jan-Herwig Hapke, der im zweiten Durchgang wegen einer Zehenverletzung nicht mehr eingesetzt wurde, per Schenkelwurf (Uchi-mata) gegen Felix Kliemann sowie zweimal Schwergewichtler Willy Bilstra (+100 kg). Im ersten Durchgang gewann der 31-Jährige Niederländer mit einem spektakulären Schenkelwurf gegen Thomas Große und im zweiten per Haltegriff gegen Oliver Lecher. Ganz locker